Das eTwinning-Projekt "Shared Memories, Shared Future" des WPU Europa I bringt Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, Polen und Spanien zusammen, um sich mit Erinnerungskultur im Kontext des Zweiter Weltkrieg auseinanderzusetzen. Von Anfang an standen der internationale Austausch, die lokale Geschichte und die Frage im Mittelpunkt, warum und wie wir uns erinnern.
Zu Beginn stellten sich die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Schulen mithilfe digitaler Tools vor. Es folgte ein erstes Videotreffen mit der polnischen Partnerschule, das trotz technischer Schwierigkeiten großes Interesse und Motivation für die weitere Zusammenarbeit weckte. In einer weiteren Phase setzten sich die Lernenden mit der Leitfrage „Warum erinnern wir?“ auseinander. Dabei wurde deutlich, dass sie zwar über ein solides historisches Grundwissen verfügen, jedoch wenig über die Geschichte ihrer eigenen Stadt wissen; ein wichtiger Ausgangspunkt für die weitere Projektarbeit.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts war die Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte Pinnebergs während der Zeit des NS-Regime. Die Schülerinnen und Schüler recherchierten gemeinsam für den WPU. Unter den Ergebnissen waren Vergleiche historischer und heutiger Orte, Recherchen zu Opfern wie Cornel Ferdor Igus sowie Einblicke in den Widerstand in der Region. Weitere Themen waren Zwangsarbeit und die Auswirkungen von Luftangriffen, etwa am Beispiel von Helgoland und der Zerstörung ziviler Gebäude.
Der internationale Austausch wurde durch die Zusammenarbeit mit einer Partnerschule in Mérida weiter vertieft. Dort arbeiteten deutsche und spanische Schülerinnen und Schüler gemeinsam an einem Projekt zum Vergleich von Erinnerungskulturen. Anschließend wurden ihre Ergebnisse in einer Präsentation zusammengefasst. Dabei stellten wir schnell fest, dass Erinnerungskultur in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Schwerpunkte hat und verschieden ausgelebt wird.
Darüber hinaus setzten sich die Lernenden intensiv mit dem Internationaler Holocaust-Gedenktag, der am 27.01. stattfindet, auseinander. Unter dem Motto „Erinnern statt Vergessen“ gestalteten sie Informationsplakate für den Eingangsbereich der Schule, um ihre Erkenntnisse mit der gesamten Schulgemeinschaft zu teilen.
Zur Vorbereitung der abschließenden Ausstellung, zu der wir euch im Mai einladen wollen, besuchten die Schülerinnen und Schüler außerdem das Pinneberger Museum. Dort analysierten sie die Gestaltung historischer Ausstellungen und tauschten sich mit einer Museumskuratorin aus. Auf dieser Grundlage entwickelten sie in Gruppen eigene Ausstellungskonzepte, die anschließend gemeinsam weiterentwickelt wurden.
Den Höhepunkt des Projekts wird eine große Ausstellung in der ersten Maiwoche bilden, die an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa erinnert. Hier werden die vielfältigen Arbeitsergebnisse der Schülerinnen und Schüler präsentiert und durch neue Perspektiven ergänzt. Die Ausstellung lädt dazu ein, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen und die Bedeutung von Erinnerung für unsere Gegenwart zu reflektieren.

